Selvaggio Blu – Tag 5 – Von Bacu Mudaloru nach Cuile Mancosu

Der nächste Tag begann gewohnt sonnig und so langsam ließen die Schmerzen in meinen Beinen nach oder ich habe mich einfach daran gewöhnt. Auch der Rucksack trug sich nun leichter und ich konnte sogar einen Teil meines Zeltes zurück nehmen, was mein Gewissen um 10kg erleichtere. Dies hatte aber zur Folge, dass Till und Patrick durch das verbrauchte Wasser weniger zu tragen hatten und dementsprechend schneller unterwegs waren. Der Weg war zunächst aber auch nicht schwierig, aber brütend heiß und wir mussten mit unserem Wasser gut haushalten. Ich hatte permanent Durst, da ich durch den Gebrauch der Trinkblase nie sicher war, wie viel mir noch zur Verfügung stand.

Direkt zu Beginn wurden wir mit einer hübschen, leichten Kletterei belohnt. Diese war sogar mit einem Drahtseil versichert und machte riesen Spaß. Hier gingen wir erneut auf Nummer sicher und Patick stieg vor und sicherte die Route mit 4 oder 5 Exen zusätzlich ab. Einen Standplatz konnte er bequem an einem Baum einrichten. Auch hier wechselte sich die Landschaft unbeschreiblich ab. Das Meer weiter unter uns, passierten wir schmale Felsbänder und kamen schließlich an eine Stelle, an der wir abseilen mussten. Der Balanceakt, um das Stück Fels runterzukommen, den der Führer für uns vorgesehen hatte, war uns einfach zu heikel. Am Ende sollte es an Baumstämmen senkrecht über Stufen im Holz an der Wand hinunter gehen. Diese waren aber ausgetreten, rutschig und zum Teil unterbrochen.

Kaum zu glauben, aber an dem Tag haben wir nur gefühlte 20x den Weg verloren. Unser Prinzip in alle Richtungen auszuschwärmen hatten wir perfektioniert und wir waren dermaßen auf die blauen Punkte konditioniert, dass uns selten einer entging. Damit keine Langweile aufkam, folgten wir zwischendurch auch mal der roten Variante und entdeckten dabei auf den Schäferpfaden, dass diese die Wege durch in den Bäumen hängende Steine markiert hatten, sehr klug. An einem alten Amphitheater vorbei, erreichten wir recht früh am Abend unseren bisher spektakulärsten Biwakplatz und machten es uns dort erstmal gemütlich und aßen zusammen zu Abend. Jede Trekkingmahlzeit ein Highlight und bis auf eine Ausnahme wirklich sehr schmackhaft. Obwohl wir schon seit 6 Tagen gemeinsam unterwegs waren, gab es immer noch fröhliches Geplauder, die Sonne schien und wir konnten unser Glück kaum fassen. 600m über dem Meer mit einem spektakulären Blick, den man nicht in Worte fassen kann.

Zwischen den rauen Felsen waren wir ein glücklich leuchtend bunter Haufen Mensch. An einem Baum in der Sonne trockneten wir zum ersten Mal unsere Sachen. Leider ließ ich einen Teil über Nacht draußen und freute mich am nächsten Morgen über Socken, die ich auswringen konnte. Aber auch daran war man inzwischen irgendwie gewohnt. Da wir über Handyempfang verfügten, konnte ich mit Jens, meinem Freund, absprechen, dass wir uns am nächsten Tag in der Cala Sisine treffen würden. Er wollte uns entgegen kommen und die letzte Etappe mit uns wandern.

Biwak Cuile Mancosu

Biwak Cuile Mancosu

Fortsetzung folgt…

Tags:

Bitte kommentiere hier...

Loading Facebook Comments ...
0 Comments

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

tourendatenbank.com ©2016 - Kontakt - Impressum - Datenschutz
or

Log in with your credentials

or    

Forgot your details?

or

Create Account