Selvaggio Blu – Tag 1 – Von Santa Maria Navarrese nach Cuile De us Piggius

Etwas ungläubig über das Gewicht meines eigenen Rucksacks ging es los – fast auf einem Wanderweg über dem Meer entlang. Es war warm, die Sonne schien und das Meer leuchtete im tiefsten Blau. Ständig mussten wir stehen bleiben, um Fotos zu machen. Das Gelände war einfach, bis wir den Hauptweg verließen und die ersten Höhenmeter sammelten.

Hier fing die erste kurze Suche nach den blauen Punkten auf dem Selvaggio Blu (unsere „Weg“-Markierung an). Ich lernte schnell mich über jeden einzelnen Punkt zu freuen wie ein Kind an Weihnachten. Trotz guter Grundkondition kam ich schnell an meine Grenzen. Jeder Schritt nach oben (stufenartige Felsen) kostete mich meine ganze Kraft. Eine völlig neue Erfahrung, da ich durch regelmäßiges Lauftraining eine gute Ausdauer hatte. Die anderen hängten mich ab und machten Rast, um auf mich zu warten.

kurz vor der Aufgabe

Erste Tränen rollten über mein purpurfarbenes Gesicht und ich beschloss, die Tour abzubrechen. Till grinste mich an und sagte: „Carina, weißt Du, was ich super finde? …dass man Dich auch mal platt bekommt“. Zumindest konnte ich wieder grinsen und ließ mich so überreden, mein Zelt abzugeben, was sich Till und Patrick geteilt haben. Jeder nahm noch ein wenig Wasser von mir und ich konnte wieder laufen. Unfassbar peinlich berührt, schließlich hatte ich keine 24h vorher noch groß getönt, dass ich lieber viel schleppe, aber auf das eigene Zelt nicht verzichten möchte.

Zeitangabe deutlich verfehlt

Auf alten Schafwegen

Auf alten Schafwegen

Angegeben war die Strecke in 2Std 50, wir haben wesentlich länger gebraucht. Als wir endlich an unseren Biwak-Platz an einem Schafstall ankamen, war ich so glücklich wie lange nicht mehr. Es war jedoch so nebelig, dass wir kaum einen Meter weit sehen konnten. Die erste Trekkingnahrung habe ich quasi inhaliert. Völlig fertig sind wir alle in unsere Schlafsäcke gefallen und wurden nach einer ziemlich kalten Nacht vom Meckern und Klingeln der Ziegen geweckt.

Am nächsten morgen

Der Schäfer staunte nicht schlecht, als ich mit meiner pinken Merino-Unterwäsche und dem neongelben Longsleeve durch den Nebel spazierte, um mit meinem Freund zu telefonieren. Es tat mir jeder Knochen weh und sowohl Kleidung, als auch alles andere war pitschnass. Also haben wir diverse Kleidungsstücke an den Rucksack geknotet, 20min die Zelte durch die Gegend gewedelt und sind bester Stimmung aufgebrochen.

 

Fortsetzung Tag 2


Ein authentischer Erlebnisbericht über den Selvaggio Blu von Carina Brust

 

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