Petzeck, 3283 m

Das behäbige, auf mächtigen Graten gestützte Petzeck beherrscht als höchster Gipfel den zentralen Gebietsteil der Schobergruppe, ehemals Bergheimat der niederländischen Alpenvereine.

Talort: Lienz mit Dölsach, 748 m.
Ausgangspunkt: Roaneralm, 1903 m, Parkplatz bei der Alm und ca. 500 m vorher. Zufahrt vom Iselsbergpass (1204 m, 11 km von Lienz auf der Glocknerstraße) bis Ghf. »Zur Wacht« (Abzweigung, Tafeln) und »Schöne Aussicht« (1,6 km, Parkplatz), dann auf Schotterstraße (10 km, bez. 7, im Winter Rodelbahn, Gehzeit 2 – 2½ Std.).
Anforderungen: Ausdauer, Trittsicherheit, verlässliches Wetter erforderlich. Beste Tourenzeit Juli bis Sept., ausreichend markiert.
Höhenunterschied: 1480 m.
Einkehrmöglichkeiten: Roaneralm, Almgasthaus, 10 Lager, Tel. +43/664/5335020; Wangenitzseehütte, ÖAV-Sektion Lienz, 20. Juni – 30. Sept., 25 Betten, 59 Lager, Tel. +43/4826/229, Winterraum mit 6 – 8 Lagern. Gepäcktransport ab Seichenbrunn (Debanttal).
Variante: Von Seichenbrunn (Debanttal, Materialseilbahn) zur Hütte (3 Std.).

Von der Roaneralm zur Wangenitzseehütte folgen wir dem Wiener Höhenweg, bez. 918, der hoch über dem Debanttal und fern dem Bachrauschen auf Sonnseithängen nordwestlich taleinwärts führt. Bald nach der Roaneralm schreiten wir an einer Almhütte vorbei und passieren zwei Gatter, ehe nach einem geringen Gefälle der Weg von einem Steig abgelöst wird, 20 Min. (Tafel). Bucklige Bergwiesen und Rasenhänge wechseln. Nach insgesamt einer ¾ Std. weist eine Tafel bergwärts zum Schwarzkofelsee. Wir behalten die nordwestliche Richtung bei und gelangen zum schmächtigen Gaißlitzbach. Es folgen kleine Terrassen, blockbedeckte Kare und ein Rasenriegel mit spürbarer bergan führendem Steig. Darüber baut sich ein vom Seeschartenkopf aussendender Gratrücken auf, den wir mit etwa 15 Steigkehren überwinden. Nach dieser unschwierigen Hürde sollte man sich ein paar Augenblicke gönnen, um das großzügig das Debanttal umfassende Panorama zu bewundern. Im südlichen Gipfelrahmen ragt als dunkler Felsbogen die Schleinitz auf, daran schließt sich die kühn aufragende Alkuser Rotspitze an. Den westlichen Horizont beherrschen der schneegarnierte Hochschober und die Felspyramide des Glödis. In unserer Marschrichtung ragt mit rötlichbraunen Gratfelsen die Himmelwand auf, an deren steiler Flanke nackte Murabbrüche und erdige Gräben bis tief hinab in das Debanttal breite Wunden reißen. Oberhalb dieser Kahlstellen queren wir auf schmalem Steig zur Oberen Seescharte, 2603 m, 2½ – 3 Std. Hier wurde 2011 das »Freiheitskreuz« mit einzigartigem Christuskorpus und interessanter Geschichte aufgestellt. Unerwartet groß und tiefblau breitet sich unter uns der Wangenitzsee aus und links davon der eigenwillig geformte Kreuzsee. Ein Kehrensteig führt von der Oberen Seescharte über knapp 100 Hm hinab und überwindet eine seilversicherte Felsstelle. Zwischen Wangenitz- und Kreuzsee erreichen wir über Rasen- und Felsplatten die Wangenitzseehütte, die etwas erhöht am Nordufer des gleichnamigen Sees steht, 2508 m, ½ Std.

Das Petzeck ist von hier aus ein beliebtes Gipfelziel. Vorerst steigen wir 10 Min. nördlich am steinigen Berghang an. Dort wendet sich der Steig in östliche Richtung, talauswärts, und führt nach 20 Min. um ein ausgesetztes, seilversichertes Felseck. Diese Stelle am SO-Grat des Kruckelkopfes verlangt Vorsicht. Es folgt ein kurzer Abstieg ins Kruckelkar (Seil), wo ein Pfeil den weiteren Anstieg nordwärts anzeigt. Auf Fels- und Rasenrücken steigen wir bis in das Blockkar zu Füßen der Petzeckscharte an (gesamt 1½ Std.). Dort rechts und über einen steilen Schrofenhang empor auf eine schmale Felsrippe, die oben mit einem großen Steinmann, 3136 m, abschließt. Zur Rechten steigen wir im Schrofengelände an und erreichen über Fels, Schutt oder auf Schnee den hoch liegenden Eisfleck. Er »schrumpft« zusehends am Gipfelplateau, womit das alpine Petzeck-Gipfelbild etwas von seinem Glanz einbüßt. Nordöstlich erhebt sich ein stumpf aufgebauter Blockkegel, den die letzten Steigkehren leicht »bezwingen«. Beim schönen, 1971 errichteten Metallkreuz der holländischen Bergfreunde freuen wir uns auf die Rast auf dem Petzeck, dem höchsten Gipfel der Schobergruppe.

Der Abstieg folgt genau dem Aufstieg.

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